Brecheln

Abschlußfest und Übergabe

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Wir von der 4. Klasse haben in der Schulküche Brötchen gebacken und hatten viel Spaß dabei.

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Der Geruch zog durch die ganze Schule. Bestimmt waren die Brötchen für unsere Gäste. Die 1. Klasse.

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In der Bibliothek trafen wir uns zu einem Schulübergabefest vom Projekt „Landscape and You-th“ , wo wir 4. Klassen mitgewirkt haben zum Projekt „BrotZeit“. Dies begleiten wir nun noch ein halbes Schuljahr als MentorInnen. Und beraten die SchülerInnen der 1. Klasse. Hierzu haben wir nun fünf Gruppen gebildet, in denen je SchülerInnen aus der 1. Und 4. Klasse sind.

Zuerst haben wir berichtet, was wir alles im Projekt gemacht haben, dann schauten wir uns den Dokumentarfilm zum Projekt an (Premiere!). Das war lustig zu sehen, wie wir vor zwei Jahren  ausgesehen haben. Und was wir so viele verschiedenen Aktivitäten im Projekt mit der Klagenfurter Universität gemeinsam durchgeführt hatten auf den Spuren des Lesachtaler Flachses.

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Anschließend gab es Frage und Antwortrunden in den Kleingrupen. „Wie habt Ihr den Trickfilm gemacht?“ „Was war schwierig bei den Interviews mit den Zeitzeugen?“…Und anschließend gab es Limonade und frisch Gebackenes. Wir sind gespannt, was sich im Projekt BrotZeit so alles geforscht wird.

Neugierig geworden?

:: Hier gibt es mehr über das neue, gschmackige Projekt „BrotZeit“

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Dem Flachs auf der Spur | Die Filmdoku

 

Das Bildungszentrum Lesachtal und die HLW Hermagor gehen gemeinsam mit der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Abteilung Stadt, Region und räumliche Entwicklung, auf die Spurensuche rund um den Flachsanbau im Lesachtal, der bis in die 1960er-Jahre gepflegt wurde. Flachs war ein wichtiger Rohstoff für die Leinenweberei und lieferte hochwertiges Öl. Die Brechlstube in Oberluggau und die Ölmühle in St. Lorenzen sind noch sichtbare architektonische Relikte aus dieser Zeit.

Ab Herbst 2012 wird im Rahmen des Sparkling Science-Projekts „Landscape and You-th“ der Zusammenhang zwischen lokalem Wissen, Sprache und Landschaft anhand der Geschichte des Anbaues und der Verarbeitung der Kulturpflanze Flachs im Kärntner Lesachtal untersucht. Sparkling Science-Forschungsprojekte fördern die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Universitäten und werden vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) finanziert.

Kamera | Schnitt | Ton | Alfred Regenfelder – Kärntner Medienzentrum für Bildung und Unterricht
Text | Sprecher | Anton Ebner

Dem Flachs auf der Spur

Mit der alten Nutzpflanze Flachs befassten sich Lesachtaler und Hermagorer Schüler im Rahmen eines generationenübergreifenden Projektes.

Dem Flachs auf der Spur

Schüler beim Brecheln in der Brechelstube in Maria Luggau

Seit zwei Jahren erforschen die Schüler der 3. Klasse des Bildungszentrums Lesachtal und Schüler der HLW Hermagor aus dem Zweig „Kulturtouristik und Projektmanagement“ Gemeinsam mit dem Institut für Interventionsforschung der Universität Klagenfurt alles rund um das Thema Flachs.

„Das war irrsinnig interessant“, schwärmt Ferdinand Stadlober von der HLW, „weil das die letzte Möglichkeit ist, Wissen, das sonst verloren geht, zu sichern“. In mehreren Zeitzeugeninterviews von Maria Luggau bis Birnbaum wurde altes Wissen gesammelt und ausgearbeitet.

Aber auch lustige Anekdoten waren zu hören. So hat eine Zeitzeugin ihren Mann beim „Krageln“ kennengelernt. Wer diesen Ausdruck nicht kennt, hier eine kurze Erklärung. Das Flachsbrecheln war Frauenarbeit. Da es bei der Brechelstube immer sehr heiß war und die Frauen dadurch etwas leichter bekleidet waren, zog es neugierige Männer an. Diesen wurden dann mit dem Flachs der Hals wund gerieben.

Dem Flachs auf der Spur
Schüler mit der Zeitzeugin Veronika Windbichler

Vergangene Woche wurden in einem Zwischenbericht die ersten Resultate der Öffentlichkeit präsentiert. So entstand im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Kärnten der Zeichentrickfilm „Dem Flachs auf der Spur“. Darin wurde das Brauchtum das Jahr hindurch rund um die wertvolle Pflanze festgehalten.

Lisa-Maria Guggenberger und Ferdinand Stadlober haben als Maturaprojekt in Zusammenarbeit mit dem HTL Schüler Peter Waysocher eine Handy-App zum Lesachtaler Flachs erarbeitet. Schon im heurigen Sommer können sich Interessierte den Flachs-App herunterladen und sie werden in Maria Luggau durch den Klostergarten geführt, dann weiter in die Basilika, von dort zum Mühlenmuseum, dann zur wasserbetriebenen Seilbahn, zur Brechelstube und wieder zurück in den Bauernladen.

Die Schüler haben auch praktisch gearbeitet. So haben sie im Klostergarten Maria Luggau ein eigenes Flachsfeld betreut. Sie haben eingesät, gejätet und schließlich im Herbst den Flachs „gezogen“, ihn in Bündel gebunden und trocknen gelassen. „Das war aber noch nicht alles“, erzählt Andreas Oitzinger, „wir haben schließlich die Samen mit einer `Bloie` aus den Kapseln geschlagen und zum Pressen von Leinöl gereinigt“.

All die Tätigkeiten der Schüler wurden hier im Blog dokumentiert. „Langweilig wurde es uns bei dem Projekt nicht“, sagt Anna-Franziska Unterguggenberger, „unser erlangtes Wissen haben wir in einem Flachsrap präsentiert, wobei wir den Text und die Melodie mit unseren Lehrern erarbeitet haben“. „Die Arbeit der Schüler wurde auch von der österreichischen UNESCO-Kommission als Dekadenprojekt ausgezeichnet“, freut sich die Leiterin des Projektes „Dem Flachs auf der Spur“, Andrea Sieber von der Universität Klagenfurt.

Damit aber noch nicht genug. In einer einstündigen Sendung auf „Radio Agora“ erzählen die Schüler alles, was sie über den Flachs erfahren haben.

Info: „Dem Flachs auf der Spur“, in Radio Agora auf 105,5, am 24. Juni 2014,  von 18.02 – 19.00 Uhr.

 

Text / Fotos / Hans Guggenberger
Artikel erschien in: OBERKÄRNTNER VOLLTREFFER, 23.Juni 2014

Mit dem Smartphone auf den Spuren des Flachs – so cool

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Am 11.6. 2014 fand unsere ´Landscape and You-th`-Veranstaltung im Ensembleraum des Bildungszentrums Lesachtal statt.

Bei der Präsentation ging es um verschiedene Inwertsetzungen des Sparkling-Science Projektes „Dem Flachs auf der Spur“. Neben der Präsentation des Trickfilmes und der Aufführung des Brechel-Raps der beiden dritten Klassen der NMS stand vor allem die Präsentation der von uns  eigens programmierten Smartphone-Applikation im Mittelpunkt. Für die Programmierung danken wir Peter Waysocher von der HTL-Villach, der das Grundgerüst für dieses Programm „baute“. Die Inhalte zur App lieferten wir im Rahmen unserer Fachbereichsarbeit im Fach Kulturtouristik und Projektmanagement an der HLW-Hermagor.

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Über 100 Besucher staunten nicht schlecht, als sie viele neue Dinge über den Flachs hörten. Von den einzelnen Bräuchen angefangen, über die vielen Arbeitsschritte bis hin zu den fertigen Produkten wurde alles behandelt. Sie waren sehr begeistert und wir bekamen viele wertschätzende Rückmeldungen.

Die Ortsmusikschule Kötschach-Mauthen/Lesachtal umrahmte den Abend musikalisch.

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Den Abschluss des Abends bildete die Eröffnung eines liebevoll gestalteten Buffets. An dieser Stelle ein herzliches Vergelt´s Gott  an unsere Eltern, die dieses Buffet zubereiteten.

Sinn dieser Veranstaltung war es, den LesachtalerInnen das Thema „Flachs“ – Anbau und -verarbeitung, näher zu bringen. Wir waren aufgeregt, aber alles hat prima geklappt. Und alle waren mit großer Freude und Engagement dabei.

Im Großen und Ganzen war es eine gelungene Veranstaltung, bei der für jeden etwas dabei war und wir  freuten uns, den ZuhörerInnen etwas Neues über das Lesachtal vermitteln zu können.

Ein Rückblick von Lisa-Maria Guggenberger, Ferdinand Stadlober

Öffentliche Projekt-Zwischenpräsentation am 11.06.2014

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Lesachtaler Flachs | Trickfilm

TRICKFILM: Dem Flachs auf der Spur
Rituale und Bräuche im Jahreslauf

Zeichnungen
KLAMMER Verena
LADSTÄTTER Manuel
NASCHENWENG Chiara
SEIWALD Raphael
UMFAHRER Leonie
WINKLER Dominik
WURZER Karin Dipl.Päd.

SprecherIn
OBERLUGGAUER Claudia
TIEFENBACHER Samuel

Musik
Trachtenkapelle Liesing
Produktion
Kärntner Medienzentrum | Rauter Johann
Spittal an der Drau, April 2014

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Wir haben noch nie einen Trickfilm gemacht, deshalb war es sehr spannend. Es war interessant, lustig und aufregend. Probleme hatte ich dabei keine, aber es war wirklich schwer die Figuren für den Trickfilm zu zeichnen. Das Endergebnis, der Trickfilm gefällt mir sehr gut.
Leonie Umfahrer

Es war sehr schwierig den Trickfilm im Gesamten zu Malen, doch es hat Spaß gemacht mit den vielen verschiedenen Farben zu malen. Es war auch lustig, so viel Neues zu lernen über die Bräuche im Lesachtal zum Flachs. Das war spannend dann zu zeichnen. Was sicher schwer war, war das Vertonen. Beim Malen war es schwer, die Figuren zu zeichnen.  Mir gefällt unser Film sehr, sehr gut.
Chiara Naschenweng

Wir sind in das Medienzentrum nach Spital gefahren. Dort haben wir den Trickfilm vertont. Das Sprechen war einfach für mich. Wir haben es nicht oft durchmachen müssen. Ich habe mir den Flachstext zwei- dreimal durchgelesen. Und dann ist es tadellos gegangen. Ich finde, der Film ist eine gute Arbeit!!!
Samuel

Die Zeichentrickfilmherstellung war spannend und lustig. Wir haben uns überlegt, was wir von den Geschichten aus den Interviews zeichnen wollen, das Zeichnen war schwierig, die Musik dazu paßt sehr gut. Insgesamt ist das Projekt sehr schön und ich lerne viel Neues über das Lesachtal hier.
Verena

Die Hintergründe zu zeichnen fand ich schwer beim Trickfilm. Es ist unsere Landschaft vom Lesachtal, die wir gezeichnet haben. Da im Vordergrund spielten dann die Geschichten vom Flachs. Die Bräuche haben wir von meiner Oma gehört und dann gezeichnet. Und dann kamen die Sprecher und die Musik dazu. Wir machen ganz viele spannende Sachen zum Flachs.
Dominik

Flachsernte im Klostergarten

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Ohne Titel

„Har raufen“

Jetzt ist es endlich soweit: Unser Flachs ist erntereif. Brigitte und Leopold Lugger und Josefa Winkler zeigen der Klasse 3a und b wie der Flachs gezogen wird. Die Stängel werden händisch senkrecht herausgezogen, so dass die Wurzeln nicht abbrechen. Zu Büscheln bündeln wir anschließend das Har zum Trocknen.

Einige Touristen kommen vorbei und beobachten interessiert unser Tun und wir geben gerne Auskunft über den Flachsanbau.

Trocknung

Unser Har trocknet

Die lockeren Flachsbündel trocknen nun in der Herbstsonne und später wollen wir aus den Leinsamen Leinöl pressen und das Flachsstroh weiterverarbeiten. Wie sind gespannt, wie es weitergeht.

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Im Lesachtal entdeckt: Flachs im Hausgarten

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Links ein Flachsbrechl als Deko vor einer Hauswand. Rechts ein schwedisches Lied zur Flachsernte.
Und hier Text und Noten zum Mitspielen und -singen.
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Fotos | Andrea SIEBER

 

Flachsrap

Anfang Mai ist es soweit,
der Bauer geht aufs Feld, der Acker wird bestellt.
Mit einer löchrigen Dose er sät,
damit das Haar nicht zu dicht aufgeht.
Nach ein paar Wochen das ist gewiss,
der Flachs schon aus der Erde sprießt.
Doch oh je, oh Graus, welch ungemach,
das Unkraut dem Flachs den Acker streitig macht.

Sie brecheln den Flachs,
sie hacheln den Flachs,
sie spinnen den Flachs,
sie weben den Flachs,
und machen Leimat daraus.

Es kommt der Sommer, oh welche Pracht,
das Hoor das blüht in blauer Blütentracht.
Wer das gesehn, das ist gewiss,
die Schönheit des Ackers man nie vergisst.
Es kommt der Herbst, das Hoor wird gezogen,
getrocknet und die Samen aus den Kapseln gebrochen.
Die Bäuerin das Hoor auf an Rane legt,
damit es später gut zum Brecheln geht.

Sie brecheln den Flachs,
sie hacheln den Flachs,
sie spinnen den Flachs,
sie weben den Flachs,
und machen Leimat daraus.

Ist getrocknet das Hoor,
dann kommts zur Brechelstube gonz klor.
Die Frauen sind nun am Werk,
kein Mann darf sich nähern wohlgemerkt,
sonst wird er gekragelt,
und das merkt er sich gewiss,
weil das für seinen Hals nichts Gutes ist.
Und was machen nun die Frauen dann

Sie brecheln den Flachs,
sie hacheln den Flachs,
sie spinnen den Flachs,
sie weben den Flachs,
und machen Leimat daraus.

Und liebe Zuhörer merkts euch geschwind.
Is Hoor geaht durch zweiundsiebzig Händ,
bis man ihn hot amol trogn gekennt.

Text: Hans Guggenberger
Musik: 3A + 3B, Sabine Suppersberger
Video: Alfred Regenfelder | Kärntner Medienzentrum

Fotos: Erich Angermann | Kärntner Medienzentrum