Monat: Juni 2014

Dem Flachs auf der Spur | Die Filmdoku

 

Das Bildungszentrum Lesachtal und die HLW Hermagor gehen gemeinsam mit der Alpen-Adria Universität Klagenfurt, Abteilung Stadt, Region und räumliche Entwicklung, auf die Spurensuche rund um den Flachsanbau im Lesachtal, der bis in die 1960er-Jahre gepflegt wurde. Flachs war ein wichtiger Rohstoff für die Leinenweberei und lieferte hochwertiges Öl. Die Brechlstube in Oberluggau und die Ölmühle in St. Lorenzen sind noch sichtbare architektonische Relikte aus dieser Zeit.

Ab Herbst 2012 wird im Rahmen des Sparkling Science-Projekts „Landscape and You-th“ der Zusammenhang zwischen lokalem Wissen, Sprache und Landschaft anhand der Geschichte des Anbaues und der Verarbeitung der Kulturpflanze Flachs im Kärntner Lesachtal untersucht. Sparkling Science-Forschungsprojekte fördern die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Universitäten und werden vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) finanziert.

Kamera | Schnitt | Ton | Alfred Regenfelder – Kärntner Medienzentrum für Bildung und Unterricht
Text | Sprecher | Anton Ebner

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Dem Flachs auf der Spur

Mit der alten Nutzpflanze Flachs befassten sich Lesachtaler und Hermagorer Schüler im Rahmen eines generationenübergreifenden Projektes.

Dem Flachs auf der Spur

Schüler beim Brecheln in der Brechelstube in Maria Luggau

Seit zwei Jahren erforschen die Schüler der 3. Klasse des Bildungszentrums Lesachtal und Schüler der HLW Hermagor aus dem Zweig „Kulturtouristik und Projektmanagement“ Gemeinsam mit dem Institut für Interventionsforschung der Universität Klagenfurt alles rund um das Thema Flachs.

„Das war irrsinnig interessant“, schwärmt Ferdinand Stadlober von der HLW, „weil das die letzte Möglichkeit ist, Wissen, das sonst verloren geht, zu sichern“. In mehreren Zeitzeugeninterviews von Maria Luggau bis Birnbaum wurde altes Wissen gesammelt und ausgearbeitet.

Aber auch lustige Anekdoten waren zu hören. So hat eine Zeitzeugin ihren Mann beim „Krageln“ kennengelernt. Wer diesen Ausdruck nicht kennt, hier eine kurze Erklärung. Das Flachsbrecheln war Frauenarbeit. Da es bei der Brechelstube immer sehr heiß war und die Frauen dadurch etwas leichter bekleidet waren, zog es neugierige Männer an. Diesen wurden dann mit dem Flachs der Hals wund gerieben.

Dem Flachs auf der Spur
Schüler mit der Zeitzeugin Veronika Windbichler

Vergangene Woche wurden in einem Zwischenbericht die ersten Resultate der Öffentlichkeit präsentiert. So entstand im Rahmen des Projektes in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum Kärnten der Zeichentrickfilm „Dem Flachs auf der Spur“. Darin wurde das Brauchtum das Jahr hindurch rund um die wertvolle Pflanze festgehalten.

Lisa-Maria Guggenberger und Ferdinand Stadlober haben als Maturaprojekt in Zusammenarbeit mit dem HTL Schüler Peter Waysocher eine Handy-App zum Lesachtaler Flachs erarbeitet. Schon im heurigen Sommer können sich Interessierte den Flachs-App herunterladen und sie werden in Maria Luggau durch den Klostergarten geführt, dann weiter in die Basilika, von dort zum Mühlenmuseum, dann zur wasserbetriebenen Seilbahn, zur Brechelstube und wieder zurück in den Bauernladen.

Die Schüler haben auch praktisch gearbeitet. So haben sie im Klostergarten Maria Luggau ein eigenes Flachsfeld betreut. Sie haben eingesät, gejätet und schließlich im Herbst den Flachs „gezogen“, ihn in Bündel gebunden und trocknen gelassen. „Das war aber noch nicht alles“, erzählt Andreas Oitzinger, „wir haben schließlich die Samen mit einer `Bloie` aus den Kapseln geschlagen und zum Pressen von Leinöl gereinigt“.

All die Tätigkeiten der Schüler wurden hier im Blog dokumentiert. „Langweilig wurde es uns bei dem Projekt nicht“, sagt Anna-Franziska Unterguggenberger, „unser erlangtes Wissen haben wir in einem Flachsrap präsentiert, wobei wir den Text und die Melodie mit unseren Lehrern erarbeitet haben“. „Die Arbeit der Schüler wurde auch von der österreichischen UNESCO-Kommission als Dekadenprojekt ausgezeichnet“, freut sich die Leiterin des Projektes „Dem Flachs auf der Spur“, Andrea Sieber von der Universität Klagenfurt.

Damit aber noch nicht genug. In einer einstündigen Sendung auf „Radio Agora“ erzählen die Schüler alles, was sie über den Flachs erfahren haben.

Info: „Dem Flachs auf der Spur“, in Radio Agora auf 105,5, am 24. Juni 2014,  von 18.02 – 19.00 Uhr.

 

Text / Fotos / Hans Guggenberger
Artikel erschien in: OBERKÄRNTNER VOLLTREFFER, 23.Juni 2014

On Air – eine Radiosendung rund um den Lesachtaler Flachs

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Am 24. Juni 2014 von 18.02 bis 19.00 wurde  unsere selbstgestaltete Sendung rund um den Lesachtaler Flachs bei Radio Agora ausgestrahlt.
Sie ist  im Cultural Broadcasting Archiv zum Nachhören.

Hier einige Eindrücke aus dem Tonstudio:

Alles war cool beim Radio: die Technik zum Radiomachen, unseren Beitrag aufzunehmen und dann leuchtet das Schild ON AIR.
Manuel

Es war gewaltig. die Fahrt nach Klagenfurt mit allen vom Projekt und ich finde auch das ganze Projekt ist gewaltig toll. Immer wieder haben wir was Neues zum Thema Flachs und wie wir es wieder in eine andere Form bringen.
Wolfgang

Ich bin begeistert und hab viel Neues gesehen beim Radio. Die Fahrt nach Klagenfurt zur Aufnahme der Flachssendung hat sich gelohnt.
Michael

Fünf Worte zu unserer Radiosendung: Lustig, cool, interessant, spannend, abwechslungsreich.
Chiara

Fotos | Selina

Flachsaussaat im Klostergarten Maria Luggau

Flachsaaussaat 2014

Wir kennen uns nun ja schon prima aus mit der Flachsaussaat. Dieses Jahr ging es schon viel leichter. Zuerst haben wir das Feld von Beikraut entfernt, dann die Leinsaat in Schalen gefüllt und regelmäßig von Hand ausgestreut. Abschließend wurde die Saat eingerecht und das Schild mit Linum am Beetrand gefestigt. Es hat Spaß gemacht und zum Abschluß haben wir uns mit Kuchen und Getränken gestärkt.

Fotos | Andrea Sieber

Klostergartenführungen

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Ab heute gibt es jeden Donnerstag um 10.00 Uhr  bis Ende September 2014 Führungen im Klostergarten in Maria Luggau mit Simone Matouch.

Sie berichtet spannende Geschichten rund um den Klostergarten und knüpft  Verbindungen zu alten Kulturpflanzen wie dem Flachs.

Anmeldungen über den Tourismusverein Lesachtal

T  04716/24212

Mit dem Smartphone auf den Spuren des Flachs – so cool

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Am 11.6. 2014 fand unsere ´Landscape and You-th`-Veranstaltung im Ensembleraum des Bildungszentrums Lesachtal statt.

Bei der Präsentation ging es um verschiedene Inwertsetzungen des Sparkling-Science Projektes „Dem Flachs auf der Spur“. Neben der Präsentation des Trickfilmes und der Aufführung des Brechel-Raps der beiden dritten Klassen der NMS stand vor allem die Präsentation der von uns  eigens programmierten Smartphone-Applikation im Mittelpunkt. Für die Programmierung danken wir Peter Waysocher von der HTL-Villach, der das Grundgerüst für dieses Programm „baute“. Die Inhalte zur App lieferten wir im Rahmen unserer Fachbereichsarbeit im Fach Kulturtouristik und Projektmanagement an der HLW-Hermagor.

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Über 100 Besucher staunten nicht schlecht, als sie viele neue Dinge über den Flachs hörten. Von den einzelnen Bräuchen angefangen, über die vielen Arbeitsschritte bis hin zu den fertigen Produkten wurde alles behandelt. Sie waren sehr begeistert und wir bekamen viele wertschätzende Rückmeldungen.

Die Ortsmusikschule Kötschach-Mauthen/Lesachtal umrahmte den Abend musikalisch.

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Den Abschluss des Abends bildete die Eröffnung eines liebevoll gestalteten Buffets. An dieser Stelle ein herzliches Vergelt´s Gott  an unsere Eltern, die dieses Buffet zubereiteten.

Sinn dieser Veranstaltung war es, den LesachtalerInnen das Thema „Flachs“ – Anbau und -verarbeitung, näher zu bringen. Wir waren aufgeregt, aber alles hat prima geklappt. Und alle waren mit großer Freude und Engagement dabei.

Im Großen und Ganzen war es eine gelungene Veranstaltung, bei der für jeden etwas dabei war und wir  freuten uns, den ZuhörerInnen etwas Neues über das Lesachtal vermitteln zu können.

Ein Rückblick von Lisa-Maria Guggenberger, Ferdinand Stadlober

Öffentliche Projekt-Zwischenpräsentation am 11.06.2014

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